"Grüner Strom aus Wicker" ist längst keine Zukunftsmusik mehr, sondern seit Ende 2003 Realität: Auf dem Gelände der Deponie Flörsheim-Wicker hat ein Biomasse-Kraftwerk mit einer Leistung von 15 MW den Betrieb aufgenommen - genug, um die rund 70 000 Einwohner einer Stadt wie Rüsselsheim mit Energie zu versorgen.
"Grüner Strom" deshalb, weil das Biomasse-Kraftwerk auf der Basis des Erneuerbare-Energien-Gesetzes und der im Juni 2001 verabschiedeten Biomasse-Verordnung mit dem Regelbrennstoff Holz aus der benachbarten Altholz-Aufbereitung betrieben werden soll.
Das Projekt mit einem Investitionsvolumen von rund 31 Millionen Euro wird gemeinsam von drei Partnern getragen: Der
KKM GmbH, der
MTR GmbH und der
MVV Energie O&M. Diese Allianz zwischen am Markt starken und erfahrenen Altholzaufbereitern und der MVV, die bereits seit 40 Jahren erfolgreich thermische Verwertung praktiziert, bietet ideale Voraussetzungen für die Realisierung, gesicherte Brennstofflogistik sowie einen wirtschaftlichen Betrieb des Biomassekraftwerks.
Rund 90 000 Tonnen Altholz können in der Anlage pro Jahr verfeuert werden. Das Prinzip ist denkbar einfach: Durch Wärme wird Dampf erzeugt, der Turbinen antreibt. Der erzeugte Strom wird in das Netz der öffentlichen Energieversorger eingespeist.
Das Biomassekraftwerk am Standort Flörsheim-Wicker bietet unschätzbare ökologische, aber auch ökonomische Vorteile: Die Freisetzung des Treibhausgases CO2 wird bei einem Betrieb mit Holz anstelle fossiler Engergieträger drastisch reduziert, da bei der Verbrennung nur so viel Kohlendioxid freigegeben wird, wie die Bäume vorher beim Wachsen aufgenommen haben. Darüber hinaus wird eine wesentliche Verkehrsentlastung erreicht, weil das am gleichen Standort aufbereitete Altholz nahezu komplett im Kraftwerk verwertet werden kann und nicht mehr über weite Strecken transportiert werden muss.