Im Rhein-Main-Deponiepark Flörsheim-Wicker entsteht derzeit eines der größten und modernsten Biogaskraftwerke Europas. Schon in Frühjahr kommenden Jahres soll die Anlage ihre Arbeit aufnehmen und aus Bioabfall Strom und Wärme erzeugen.

Die Rhein-Main Deponie GmbH (RMD), ein vom Hochtaunus- und Main-Taunus-Kreis  getragenes Unternehmen, investiert in dieses innovative Vorhaben zur regenerativen Energiegewinnung rund 18,5 Millionen Euro. Das Biogaskraftwerk ist damit der neueste Baustein in einer ganzen Reihe von zukunftsweisenden Anlagen zur umweltfreundlichen Abfallbehandlung, die in den letzten Jahren die Deponie Flörsheim-Wicker in einen modernen Deponiepark verwandelt haben.

Zeichnung des BiogaskraftwerksDas Biogaskraftwerk wird jedes Jahr aus rund 45.000 Tonnen organischen Abfall umweltfreundliches Biogas erzeugen. Hieraus werden rund 10.500.000 Kilowattstunden Strom erzeugt. Dies entspricht etwa dem Bedarf von ca. 3.500 bis 4.200 Haushalten. Eine Photovoltaikanlage ergänzt die bereits gute Energiebilanz.

Aus Abfall werden Strom und Kompost

Als Ausgangsmaterial für die Energiegewinnung dienen der Anlage in erster Linie getrennt gesammelte Bioabfälle aus Haushalten der Region, Grünabfälle und organische Stoffe aus der Landwirtschaft. Die Gewinnung von Biogas ist ein mehrstufiger Vergärungsprozess, in dem natürliche Mikroorganismen die im Abfall gespeicherte Energie in Methangas verwandeln. Das hierbei angewendete Trockenvergärungsverfahren hat in vielen vergleichbaren Referenzprojekten seine Eignung nachgewiesen. Es zeichnet sich durch hohe Betriebssicherheit und hohe Gasausbeute aus.

Aus dem gewonnen Biogas wird in der benachbarten Deponiegasverwertungsanlage Strom erzeugt. Die am Ende der Gasgewinnung verbleibenden Reste können zu Kompost weiterverarbeitet werden oder wiederum zur regenerativen Energiegewinnung  im ebenfalls im Deponiepark vorhandenen Biomassekraftwerk genutzt werden.

RMD setzt Umweltstandards

Die Rhein-Main Deponie GmbH, mit ihren Standorten und Anlagen als umweltfreundlich zertifiziert, hat auch bei diesem Projekt Wert auf höchste Umweltverträglichkeit gelegt.

So werden die bereits im Biogaskraftwerk gereinigten Prozesswässer in der bestehenden Sickerwasserreinigungsanlage nochmals nachbehandelt. Eine integrierte Biofilteranlage als Teil des aufwändigen Abluftreinigungssystems sorgt für eine weitestgehende Minimierung von Gerüchen. Dies wird auch durch die Kapselung aller Gebäude, die zusätzlich auch dem Lärmschutz dient, unterstützt.

Wirtschaftlich und zukunftssicher

Das Biogaskraftwerk kann durch kostenbewusste Planung nicht nur wirtschaftlich betrieben werden, sondern ist durch die Flexibilität der Technik und den modularen Aufbau auch besonders zukunftssicher.

Das Projekt in Zahlen (Zirkawerte)

  • 16.400.000 EUR Baukosten
  • 2.100.000 EUR Planungs- und Baunebenkosten.
  • Verwertung von 45.000 Tonnen Bioabfall jährlich
  • 5.000.000 m³ Biogas jährlich 
  • 10.500.000 kWh Jahresstromproduktion
  • 12.500 Tonnen Gärreste jährlich (Rohkompost u.a.)

 

Präsentation des Biogaskraftwerks in 4:30 Min.

Info-Flyer zum Biogaskraftwerk als PDF-Datei

PDF-Broschüre zum Biogaskraftwerk (12 S., 459 KB)

PDF-Broschüre "Ökostrom aus Wicker und Brandholz"


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